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Windsheimer Altstadt

Die Bedeutung als Reichsstadt des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation durch die Jahrhunderte bis 1806 sieht man in Bad Windsheim an allen Ecken und Enden. Nehmen Sie sich Zeit für einen ausgedehnten virtuellen 360-Grad-Spaziergang durch die Gassen der Altstadt und entdecken Sie Perlen historischer, fränkischer Fachwerkbauten neben steinernen Zeugnissen aus der Renaissance und dem Rokkoko.

Spitalkirche

Das Spital zum Heiligen Geist geht auf eine fromme Stiftung zurück, die der Windsheimer Bürger Konrad Förster 1318 zu Gunsten bedürftiger Bürger der damalige Freien Reichsstadt Windsheim tätigte. Die heutige Kirche wurde von 1416 bis 1421 erbaut. Nach der Einführung der Reformation diente die Kirche dem evangelischen Gottesdienst und wurde nach dessen Bedürfnissen umgestaltet, vor allem durch den Einbau der Emporen. Dem Besucher erschließen sich beim Rundgang im Museum exemplarisch die Geschichte kirchlichen Bauwesens und die liturgischen Funktionen sakraler Räume. Auf die Verwendung des Gebäudes in vorreformatorischer Zeit verweist der virtuell rekonstruierte Krankensaal. Zeugnisse des spätmittelalterlichen Lebens im Spital, die bei einer Grabung ans Licht kamen, werden im Westanbau ausgestellt. Der Dachstuhl, eine Meisterleistung der Zimmererkunst des 15. Jahrhunderts, ist begehbar und zeigt eine Ausstellung zur Geschichte der Kirchendachwerke. Der Chor besitzt wieder die Farbigkeit der vorreformatorischen Zeit und vermittelt mit den Resten seiner ursprünglichen Ausstattung Eindrücke von der Frömmigkeit des Spätmittelalters. Die Kanzel des zu seiner Zeit bedeutenden Bildschnitzers Georg Brenck von 1622 und die Steinmeyer-Orgel unterstreichen die Bedeutung der Wortverkündigung und der Kirchenmusik im evangelischen Gottesdienst.

Stadtkirche St. Kilian

Die Stadtkirche St. Kilian, ist die Nachfolgerin des ältesten Windsheimer Gotteshauses - einer Martinskirche – und wurde wahrscheinlich 1190 bis 1216 erbaut. Die erste urkundliche Erwähnung der Kirche stammt aus dem Jahr 1289. Der heutige, im Kern spätmittelalterliche Bau dürfte im Verlauf des 15. Jahrhunderts entstanden sein und fand wohl mit der von Tilman Riemenschneider ausgeführten Altarausstattung (Choraltar, Chorbogenkreuz, Zwölfbotenaltar) bis 1509 einen vorläufigen Abschluss.

Die zum Reformationsfest 1717 erst renovierte Kirche wurde beim Stadtbrand vom 1730 bis auf die Umfassungsmauern zerstört. Einzig erhalten blieb der Zwölfbotenaltaraufsatz von 1506, der sich bis heute im Kurpfälzische Museum Heidelberg befindet. Dort wurde er erst bei Renovierungsarbeiten 1948/50 als Werk Riemenschneiders erkannt. Auf welchem Wege er dort hingelangte, ist bis heute unklar. Eine Kopie des Zwölfbotenaltaraufsatzes ist in der Seekapelle zu sehen.

Rathaus

Windsheimer Handwerker errichteten das Rathaus in den Jahren von 1713 bis 1717 unter dem Ansbacher Maurermeister Johann Michael Aspacher und seinem Polier Giovanni Rigaglia. Der schlossartige Barockbau wurde bis Juli 1732 durch den Windsheimer Stadtbaumeister Johann Michael Krauss neu aufgebaut, es war bei einer "Feuerbrunst“ am 3. Dezember 1730 vollständig ausgebrannt.

Ehemaliges Augustinerkloster

Das hiesige Kloster der Augustiner-Eremiten wurde 1291 von Albrecht Gailling zu Illesheim-Röllinghausen gestiftet. 1523 waren dem Kloster nur noch der Prior und zwei Mönche verblieben, die sich der Reformation ihres Ordensbruders Martin Luther zuwandten. Im Jahr 1525 löste man das Kloster auf und nutzt das Gebäude nun seit 1559 als Stadtbibliothek.

Kornmarkt

An das wirtschaftliche Leben der Reichsstadt erinnern heute noch die Namen einiger Plätze und Straßen: Holzmarkt, Kornmarkt, Weinmarkt, Hafenmarkt, Schüsselmarkt. In Windsheim waren die Produzenten der Konsumgüter stets identisch mit deren Händlern. Akten über einzelne Berufe reichen bis ins 15. Jahrhundert zurück. Sie zeigen die zentrale Bedeutung, die die Zünfte im Wirtschaftsleben der Reichsstadt innehatten. Seit 1381 gab es eine eigene Zunft der Hafner, seit 1434 Tuchmacher, Tuchscherer und Färber; später kamen alle anderen Handwerkssparten hinzu. 1526 wurden die Geschworenen Meister eingeführt (Handwerksbücher vieler Zünfte sind erhalten); 1576 zählte man 13 verschiedene Zünfte.

Im Jahr wurden sieben große Märkte veranstaltet, meist an den Tagen bestimmter Heiliger. Einige davon haben sich lange gehalten: Walpurgis-, Jacobi-, Bartholomäus- und Martinimarkt. 1576 erteilte Kaiser MAXIMILIAN II. der Stadt (deren Rechte auch von FERDINAND I., FERDINAND II., FERDINAND III und MAXIMILIAN I. bestätigt wurden) das Privileg der Befreiung vom Hofgericht in Rottweil. Hinfort war nur noch das Kaiserliche Kammergericht zuständig: ein weiterer Schutz gegen die Macht der Brandenburger (mit denen 1583/84 ein komplizierter Streit begann, der bis zu Kaiser RUDOLF drang und erst 1624 beendet wurde).

Windsheim war im 16. Jahrhundert im Fränckischen Reich Crayß aktiv und gesichert; es musste dafür jährlich 168 Gulden zahlen (vergleichsweise: Nürnberg 1480 Gulden, Schweinfurt 148 Gulden). Seit 1511 fanden daher immer wieder Kreistage in Windsheim statt, 1544 zweimal, 1551 dreimal, 1562 sechsmal; zwischen 1524 und 1566 über vierzig Konferenzen. Außerdem wurden hier Grafentage und Rittertage bis in das 17. Jahrhundert hinein abgehalten.

Stadtschreiberhaus

Das "Stadtschreiberhaus“ von 1570 ist ein typischer, reicher Fachwerkbau des späten 16. Jahrhunderts.

Weinmarkt

Ein schöner Platz, der einige Sehenswürdigkeiten birgt. Das älteste bekannte Fachwerk-Bürgerhaus Bayerns, der Schöne Brunnen und das Rokokohaus. All dies finden Sie am Weinmarkt.

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